Grimnitzer Glashütten

BURGRUINE GRIMNITZ

1297 erstmals urkundlich erwähnt und vermutlich 1247 entstanden, war diese Burg gemeinsamer Besitz der askanischen Brüder Johann I. und Otto III. Als Ausgangspunkt für Eroberungen und „Grenzfestungen” gegen die damals zu Pommern gehörende Uckermark diente sie zum Schutz des Passes zwischen Grimnitzsee und Werbellinsee.

Die Wiege der Glasherstellung in der Mark Brandenburg

Die Wurzeln Brandenburg-preußischer Glasherstellung liegen mit dem Aufbau der ersten Glashütte Brandenburgs um 1575 auf Burg Grimnitz. Das Gewölbe der Burg ist der älteste Profanbau der Romanik im Landkreis Barnim.

Schriftlich belegt ist, dass der Hofalchimist Leonhard Thurneysser, auch Leibarzt des brandenburgischen Kurfürsten Johann Georg, in der Zeit zwischen 1571 und 1584 häufig auf der Burg Grimnitz weilte und die dortige Glashütte leitete.

„Die chymischen Gläser und Gefäße wurden zu Grimnitz nach seiner Erfindung und Angabe gemacht; er gab die Zeichnung, und wenn sich der Hof daselbst aufhielt, so übernahm er die Aufsicht über die Glashütte, welche weißeres und beßeres Glas lieferte als vorher.“

Dies ist der erste schriftliche Beleg der Glasproduktion in der Mark Brandenburg.

Zwischen 1601 und 1792 sind aufeinander folgend weitere sechs „Grimnitzer Glashütten“ an mehreren Standorten, so in Grimnitz (heute Ortsteil von Joachimsthal), in Althüttendorf und in Neugrimnitz, betrieben worden.

Das produzierte Sortiment reichte von Tafelglas bis zu dem grünen Gebrauchglas. Letzteres wurde in großen Mengen hergestellt. Flaschen, frei geformt, wurden in „Hüttenhundert“ (je 25 Stück) abgerechnet. Weitere Produkte waren Stäbe, Apothekenfläschchen, Ampullen, Stabröhrchen, Schröpfgläser,   Vorratsgläser, aber auch Scheibenglas für Fenster-Butzen.

Erlebbare Geschichte

Die Burg Grimnitz und die umliegenden Glashütten spielen in der Geschichte der Mark Brandenburg  und später Preußens eine wichtige Rolle. Diese Geschichte zu bewahren, traditionelle und moderne Glasbearbeitungstechniken erlebbar zu machen, ist Ziel des Fördervereins Grimnitzer Glashütten (KUKS) e.V. Der Verein bietet über die Öffnungszeiten hinaus für Gruppen ab 6 Personen Führungen an (telefonische Anmeldung erforderlich).

Die Burgruine wird gemeinnütziges Eigentum und ein Forum für Kunst und Kultur

Am 5. Juli 2003 wurde dem Förderverein im Beisein vieler Förderer und Sponsoren symbolisch der Burgschlüssel übergeben. Seitdem finden hier Lesungen, Vorträge, Musikveranstaltungen, Ausstellungen sowie das jährliche  Kunstwochenende statt.

Das Burgambiente bietet eine sehr reizvolle und einzigartige Kulisse sowohl für Kunstschaffende wie für die Gäste der Veranstaltungen.

Der Verein betreibt seit 2006 auf der Burg ein Touristinformationsbüro. Hier erhalten Sie auch Informationen über weitere Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen in der Region.

Öffnungszeiten:

April bis Oktober, Fr - So, 11-17 Uhr oder nach tel. Absprache

Tel.: 033361/64188

 

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